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Geschichte

Am 25. Februar 1927 wurde in der engsten Nachbarschaft des Gemeindehauses ein neues Hotel – Grand Hotel Steiner, von einem erfahrenen Hotelier Josef Steiner gebaut. Zur Bildung dieser einzigartigen Stelle, die bald zu einer der gefragsten Prager Adressen wurde, benutzte man die neusten Technologien.

 

Josef Steiner, der die Erfahrungen in England und in der Schweiz erworben hatte, konzentrierte sich auf die neuen Trends. 100 Gastzimmer boten eine Luxusunterkunft an, die meisten von ihnen wurden mit Marmorbadezimmern, oder wenigstens mit einer Waschnische ausgestattet. Es war möglich, einige Zimmer zu verbinden und auf diese Weise geräumige Appartements mit einem Wohnsalon, einigen Schlafzimmern, einem Esszimmer und einigen Badezimmern zu schaffen. Jedes Zimmer wurde auch mit einer direkten Telefonlinie und einem speziellen Anrufsystem ausgestattet, das den Gästen ermöglichte, jederzeit eines der Zimmermädchen oder den Zimmerservice anzurufen, ohne die Rezeption kontaktieren zu müssen. In den oberen Stockwerken des Hotels befanden sich auch zwei Terrassen, die eine mit einem Wintergarten und die andere offen. Die Hotelhalle wurde im Stil des englischen Art Deco eingerichtet, mit Marmorboden, holzkassettierter Decke und bequemen Ledersesseln vor dem Kamin. Zusammen mit einem anschließenden Französischen Restaurant handelte es sich um einen beliebten Treffpunkt der damaligen Prager Creme der Gesellschaft.

 


 

        

 


 

Nach der Machtübernahme durch die kommunistische Partei im Jahre 1948 entschied sich Herr Steiner selbst, das Hotel der kommunistischen Partei zu den repräsentativen Zwecken zu übergeben, und zwar unter der Bedingung, dass Mitglieder seiner Familie im Hotel wenigstens als Angestellte bleiben dürfen, weil alle private Unternehmen verstaatlicht wurden und das private Unternehmen illegal wurde. Herr Steiner muss gehofft haben (ähnlich wie viele andere), dass die Herrschaft der kommunistischen Partei nicht so lange dauern wird, und er wollte sich eine „Familienaufsicht“ über das Hotel sichern.

 

Leider irrte er sich. Seine Spuren gehen während der 40 Jahre der “Finsternis“samt Schönheit und Luxus seines Hotels verloren. Die Einrichtung und die Möbel verschwinden und werden verkauft, die Zimmer werden neu mit „modernen“ Anbaumöbeln eingerichtet, aber auch mit Überwachungs- und Abhöranlagen ausgestattet, weil das Hotel zur Unterkunft und auch zum Abhören kommunistischer Funktionäre und zum Sammeln kompromittierender Materiale diente. In dem Souterrainsaal Boccaccio werden wilde Partys veranstaltet (von der Geschichte des Boccaccio erfahren Sie hier), die in den Hotelzimmern fortsetzen. Das Hotel wird zum Hotel Praha (Prag) unbennant, aber es ist Hotel nur der Bezeichnung nach. Man würde es weder im Reisebuch noch in den touristischen Auskünften und sogar nicht einmal in dem Telefonbuch finden. Es dient nur der kommunistischen Partei und deren Bedürfnissen.

 

In den siebziger Jahren ist das Hotel in einem solchen Zustand, dass es nicht mehr möglich ist, darin offizielle Delegationen unterzubringen, so dass hier nur inoffizielle und vielleicht auch illegale Besuche wohnen. In einem anderen Teil Prags baut man ein neues Hotel Praha, das die Funktion eines offiziellen Hotels der kommunistischen Partei übernehmen soll.

 

Im Jahre 1989 kam die sog. Samtene Revolution und sie rettete das Hotel vor dem Untergang. Das Hotel wurde der Familie Steiner zurückgegeben, die es anschließend an die österreichische Gesellschaft Austria Hotels verkaufte. Es wurden wesentliche Reparaturen unternommen, das Hotel wurde neu eingerichtet und in bloßen 11 Monaten wurde das Hotel am 1. Oktober 1993 unter dem neuen Namen Grand Hotel Bohemia wiedereröffnet.

 

Heute bietet das Hotel 79 klimatisierte Luxuszimmer auf acht Stockwerken an und man findet es in den meisten Reisebüchern und Reisebroschüren. Das Hotel ist Mitglied der Hotelgruppe Gerstner Imperial Hotels & Residences als eines ihrer 8 Hotels, die sich in Österreich und der Tschechischen Republik befinden.